Bin dann mal weg

 

Hier möchte ich mal ein paar Aufnahmen von unterwegs zeigen. Es sind ganz “einfache” Bilder, aber natürlich ist hier auch wichtig, was mich zu ihnen veranlasst hat. Man kennt das: Man sieht etwas, und plötzlich möchte man eine Möglichkeit haben, später daran erinnert zu werden. Genau so geht es mir sehr oft mit den Bildern hier.

Ein Baum wie ein Lebensweg: Die Wurzeln an einem eher unangenehmen Ort, der sehr feucht ist, und wenig Platz bietet.

Wenn man an dem Baum hinaufsieht, erkennt man seinen gewundenen Stamm, immer dahin geneigt, wo er das meiste Licht bekommt, bzw. bekommen hat. Man erkennt dürre Äste, Wege, die endeten. Man erkennt herunterhängende, aber grüne Äste. Wege, die erträglich sind, aber nicht optimal. Man erkennt aber auch saftgrüne Äste, dicht bewachsen, eine starke, dichte Krone. Das Ziel. Das Ziel ist optimal und in Bestform. Der Weg dorthin war jedoch, wie eindrucksvoll zu erkennen ist, alles andere als “normal” oder einfach.

Was wichtig ist, ist, dass der Baum seit vielen Jahren noch immer dort steht. Bei starkem Wind, eisiger Kälte, viel Schnee, aber auch bei heißem Sommer.

Um Spaß zu haben, und um sich einfach mal zu freuen, ist nicht die Anzahl der beteiligten Menschen wichtig. Einzig ist wichtig, WER zusammen ist, und das alle daran ihre Freude haben.

Ein Blick auf den “Alten Strom” in Warnemünde. Ich finde die Farben des Wassers und des Himmels äußerst passend. Es ist ein kleiner Ausschnitt aus eine Szene voller Menschen. Man kann rechts und links des Bildes die vielen Leute nicht sehen. Für mich ist es ein besonderes Bild, ich denke, jeder kennt so eine Situation, denn die Brücke, auf der ich stand, um die Aufnahme zu machen, ist eine historische Brücke. Ausserdem, ich weiß selbst nicht genau, wie das kommt, entsteht für mich jedes mal, besonders wenn ich erstmals seit langer Zeit die Brücke betrete, ein Moment absoluter Entspannung. Ein Moment von Entspannung und Freude. Freude im engeren Sinne darüber, einfach DA zu sein. Sicherlich hängt dies auch mit der malerischen Umgebung dort zusammen, und mit der guten Luft.

Und hier der “Alte Strom” bei Nacht. Dieses Bild entstand etwa 5 Minuten vor einem Regenschauer. Heute bin ich sehr froh darüber, dass ich es doch noch gemacht habe, und mich nicht vom kommenden Regen davon abhalten lies. Das Foto war dennoch teuer, denn aufgrund des Fotos fuhr mir die letzte S-Bahn von Warnemünde zu meinem Hotel in Rostock so gut wie vor der Nase weg. Ich musste mit dem Taxi nach Hause fahren. Das Taxi war nicht annähernd so teuer wie gedacht, aber das Gespräch mit dem Taxifahrer, der ebenso an Fotografie interessiert war, war die Sache wert. Ja, die Zeit, die ein gutes Foto benötigt, ist es wert, gelebt zu werden. Sonst wäre mir ja ein schönes und lustiges Gespräch auf dem nach Hause Weg entgangen. War es jetzt gut oder schlecht, dass ich den Zug verpasste wegen des Fotos? Ich denke, es war natürlich gut! Obwohl ich geneigt war, mich darüber zu ärgern. Der Ärger verflog jedoch sofort nach Betreten des Taxis. Alles hat also sein Für und Wider.

Ein Blick auf den Leuchtturm und den “Teepott” in Warnemünde. Für mich sind die beiden nicht nur Wahrzeichen der Stadt, ich freue mich auch jedes mal, wenn ich “sie” wiedersehe. Der Leuchtturm wird stetig renoviert und “in Schuss” gehalten, und ist bis heute in Betrieb. Wenn man sich mit dem Schiff sehr weit draussen auf der Ostsee befindet, und der Hafen längst ausser Sichtweite ist, dann ist noch immer lange Zeit der Leuchtturm sichtbar. Bei der Ausfahrt sehr lange nach Ablegen des Schiffes, und bei der Einfahrt als “Willkommens signal” schon sehr lange vor dem Hafen.

Hier sieht man den Leuchtturm bei Nacht. Es kommt sehr auf den Monitor an, in wie weit man die Umrisse erkennt. Selbst bei Nacht ist in den Lokalen unten im “Teepott” das Leben in vollem Gange. Musik ertönt, Gespräche dringen zum Strand, wo das Foto entstand, herüber. Und über allem unermüdlich und sicher das Licht des Leuchtturms. Eine solche Atmosphäre findet man in der Großstadt natürlich nicht. Was ich sehr schade finde, aber umso größer ist, wie gesagt, die Freude, wenn ich diesen schönen Ort wiedersehe. Jeder sollte solche Orte haben, magische Orte, könnte man sagen.

Mauerblick

Ein blick durch eine Schießscharte in einer dicken Mauer offenbart ganz neue Perspektiven.

Die Mauer bildet einen Rahmen um das Bild, eine winterliche, eher trist anmutende Landschaft, aber durch den leuchtenden Rahmen wirkt sie ganz anders.

Durchaus beabsichtigt ist der “massige” Effekt des Bildes. Es wirkt schwer, beinahe globig, dennoch offenbart es einen ganz seltenen Blick auf eine Szenerie weit unterhalb der Mauer.

Man schaut ja normalerweise über die Mauer, oder durch ein Tor, und wenn man mal durch eine solche Schießscharte schaut, dann meist nur für kurze Zeit.

Ich finde, es entgeht einem dabei recht viel, wenn man sich das Bild etwas länger betrachtet kommt einem vielleicht der ein- oder andere Gedanke, der damals, im Entstehen, nicht kam.

Es gibt manchmal Augenblicke, da staunt man einfach nur. Wie ich schon oft beobachtet habe, haben viele Menschen verlernt, einfach mal wie ein Kind mit großen Augen zu staunen. Warum weiß ich nicht, ich weiß auch nicht, ob man das so leicht erörtern kann.

Ich lief vor einiger Zeit an diesem Haus vorbei, und als ich mich herumdrehte, da sah ich dieses Kunstwerk.

Das Haus ist völlig eben, die Säulen, der Tiger, die Fenster... Alles ist aufgemalt. Das Bild wirkt so plastisch und lebendig, dass es schwerfällt, die Augen abzuwenden. Man Achte auf den Vogel auf der Tatze des Tigers. Bei längerem Betrachten sieht man immer wieder etwas neues.

Die Spiegelungen im Fenster, die Schattierungen, der Blick des Tieres...

Für mich als “Fotografie Enthusiast” war diese Aufnahme natürlich unumgänglich. Sie spiegelt das, was ich mit Bildern ausdrücken möchte, mit Farbe und Pinsel wieder.