Lichtspiele

 

Stimmt.

Der Maler malt mit Farbe und Pinsel. Er malt Schatten, Vorder- und Hintergrund. Er mischt die Farben, und trägt sie mit verschiedenen Mitteln auf eine Leinwand z.B. auf.

In der Fotografie verhält sich das ähnlich. Jedoch ist des Fotografen Farbe das Licht, und sein Pinsel seine Kamera.

Bei Nacht stellt sich ein ganz anderer Blickwinkel auf die Szenerie ein. Bei Tag scheint die Sonne. Sie beleuchtet die Szene, und das Objekt, um das es geht, reflektiert das Sonnenlicht in ganz eigener Art. Durch das Sonnenlicht entstehen Schatten, Überbelichtungen, Kontraste.

Bei Nacht jedoch fehlt das Sonnenlicht gänzlich. Nun ist es genau umgekehrt: Das Licht geht vom Objekt aus. Das Objekt (z.B. eine Hütte), strahlt von sich aus Licht aus, und dadurch entstehen ganz besondere Effekte. Die Lampe der Hütte z.B. hat ihren Radius, in dem sie Licht aussendet. Ein “Auge” für das, was man mit einem Bild sagen will, ist unbedingt erforderlich, aber es dauert seine Zeit, bis man den Blick dafür entwickelt hat.

Ebenso dauert es natürlich seine Zeit, bis eine solche Nachtaufnahme so entstanden ist, wie man sie sich im Kopf zuvor vorgestellt hat.